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Sonntag, August 06, 2006

Lieber keine jüdischen Sachen mehr...

Zuerst habe ich es hier ungläubig gelesen: Avitall Gerstetter darf in Trier keine jüdischen Lieder singen! Warum: Wegen des Krieges Israels gegen die Hisbollah! So findet die poitical correctness einmal wieder einen sehr sehr bedenklichen Ausdruck. Die taz berichtete sehr ausführlich darüber und gibt auch die Absage wieder:
Die Tuchfabrik Trier e.V. ist laut Satzung politisch und weltanschaulich neutral. Die momentanen Kämpfe in Israel und dem Libanon sprechen eine andere Sprache. Wir möchten Sie bitten, dass Sie das Konzert mit Avitall absagen - diese synagogalen Gesänge passen nicht zu der politischen Lage -, und wir werden auch von der Raumzusage für das Konzert mit Efrat Alony zurücktreten." von hier
Interessanter Weg, den die deutsche Öffentlichkeit da beschreitet, wenn deutsche Juden für die Politik Israels haftbar gemacht werden:

Nach Protesten Botmanns lenkte Sauer ein. Am 26. Juli schrieb sie ihm wieder per E-Mail: "Ich möchte Sie darüber informieren, dass es bei beiden Konzerten bleibt." Zusatz: "Ich habe lediglich bei Avitall Gerstetter den Titel in jiddische Lieder umgewandelt. Wenn sie im Programm liturgische Gesänge präsentiert, ist das in Ordnung."

Avitall Gerstetter zeigte sich "persönlich verletzt". Hier werde, unabhängig von ihrer eigenen Einstellung, das antisemitische Klischee bedient, dass Juden weltweit irgendwie für Israels Politik verantwortlich seien. Nun versucht sie, ihr Konzert im Trierer Dom stattfinden zu lassen.

Ich persönlich hoffe doch sehr, dass die Leiterin der Tuchfabrik irgendwann bemerkt, was für einen Unfug sie da verzapft hat.