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Donnerstag, Juli 13, 2006

Angriffe auf Israel

Die Hisbollah griff am 12.Juli vom Libanon aus (ja, sie sind zurück in ihren Stellungen) Nord-Israel an. Bereits am Mittwoch versuchten ihre Kämpfer Posten auf israelischer Seite zu überfallen. Die Zahal reagierte umgehend und entsandte Merkavah-Panzer von denen einer wahrscheinlich in eine Sprengfalle geriet (200 kg). Dabei wurden vier israelische Soldaten getötet: Benin Eyal, 22 aus Be'er Scheva; Torjeman Schani, 24, aus Beit She'an; Nazel Wasim, 27, aus dem Dorf Yanuch. und Nimrod Cohen, 19 aus Mizpe Shalom. 2 Soldaten sind entführt worden. Die Regierung des Libanon scheint dem Treiben der Milizen im Süden des Landes tatenlos zuzusehen, ignoriert dabei (oder nimmt billigend hin?), dass das Land um Jahrzehnte zurückgeworfen wird in seiner Entwicklung.
Pierre Heumann von der Schweizer Weltwoche schreibt auf spiegel.de dazu:
Die Schiitenmiliz spielt nämlich eine trickreiche Doppelrolle. Einerseits ist sie im libanesischen Parlament vertreten und delegiert Minister in die Regierung des Landes, anderseits bildet sie einen Staat im Staat. Nicht die libanesische Armee, sondern die Milizen der Hisbollah kontrollieren den Süden des Libanon sowie ganze Stadtteile in der Hauptstadt Beirut, in die sich die libanesischen Sicherheitskräfte nicht vorwagen.

Israel will die libanesische Regierung deshalb mit der Invasion unter Druck setzen, die radikal-muslimische Hisbollah zu entwaffnen. Doch es ist fraglich, ob die libanesische Regierung dazu in der Lage ist. Die Hisbollahmilizen sind nämlich stärker als die libanesische Armee. Zudem können sie sich auf ihre Freunde in Damaskus und in Teheran verlassen.
Während die Zahal ihre Angriffe auf Stellungen der Hisbollah im Libanon angreift, prasseln weiterhin Katjuscha-Raketen auf Nord-Israel ein (hier). Während einige Zeitungen die Zahl nennen (ungefähr 60 bis Donnerstag 08:00), schreibt die Welt, „Schiitische Milizionäre feuerten unterdessen mehrere Katjuscha-Raketen auf Israel ab.” - was angesichts der Tatsachen etwas beschönigend wirkt. Die Salzburger Nachrichten berichten, der Libanon fordere eine Einberufung des UNO-Sicherheitsrates, der Libanon sei für die Entführungen nicht verantwortlich. Die Salzburger-Nachrichten fügen aber sinnvollerweise an:
Der Libanon hat die Einberufung einer Dringlichkeitssitzung des UNO-Sicherheitsrates gefordert. Die libanesische Regierung sei nicht verantwortlich für die Entführung von zwei israelischen Soldaten, mit der Israel seine Angriffe rechtfertigt, erklärte Informationsminister Aridi. Seit 2005 ist die Hisbollah in der libanesischen Regierung vertreten. Der Hisbollah-Funktionär Fneich ist Energieminister, unter schiitischer Leitung steht auch das Außenministerium; der Chef der libanesischen Diplomatie, Faouzi Salloukh, steht der Hisbollah nahe.
Die internationale Gemeinschaft sieht das freilich anders und fordert die Freilassung der Soldaten und erkennt das erhebliche Gefahrenpotential (das auch ohne Atombombe vom Iran ausgeht):
Die internationale Gemeinschaft forderte die Freilassung der verschleppten Soldaten und warnte vor einer schweren Krise im Nahen Osten. Der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates der USA, Frederick Jones, machte Syrien und den Iran für die Verschleppung verantwortlich und forderte die "bedingungslose Freilassung". UN-Generalsekretär Kofi Annan verlangte die Freilassung der Soldaten, verurteilte aber zugleich die israelische Offensive im Libanon. von hier

Der Fortgang des Konflikts liegt auch hier wieder in den Händen der Fernsteuerer in Damaskus und Teheran, die alles tun um den Frieden in der Region zu verhindern und die Situation eskalieren zu lassen. Schnellere Updates zur Situation liefert (wahrscheinlich) Lila.