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Dienstag, Mai 30, 2006

Zu komplexe Geschichte um die FDP in Berlin

Wer hat Recht und wer hat Unrecht frage ich mich, seitdem ich eine Geschichte über die FDP Reinickendorf im Internet lesen durfte.
Report München berichtete über Udo Hagemann, den Betreiber der Website www.synagoge-reinickendorf.de, (die wohl eine fiktive Gemeinschaft vertritt) der anscheinend erfolgreicher Geschäfts- und Werbemann ist und dessen Wunsch in einen Berliner FDP-Ortsverband zu gelangen bzw. dort Mitglied zu werden:
Der deutsche Jude Hans B. – so wollen wir ihn nennen - wird Ende letzten Jahres gebeten, in den FDP-Ortsverband Hermsdorf-Tegel einzutreten. Der Marketingexperte wird dringend gebraucht: Er soll die Kampagne der Partei für die Senatswahlen ankurbeln. Hans B. ist von der FDP politisch überzeugt, will ehrenamtlich mitarbeiten. Schnell legt er Entwürfe vor. Der Vorstand ist begeistert, doch die Begeisterung hält nicht lange an. Hans B. erzählt:
„Ich bin beauftragt worden, das zu machen und habe dann diese Dinge, die sie hier sehen fertig gestellt, und dann kam heraus, dass ich Jude war und dann wurde absolut nicht mehr mit mir gesprochen und die Stimmung kippte von der einen zur anderen Minute.“
Ein Jude Mitglied im Ortsverband? Die Stimmung schlägt um. Von Freundlichkeit ist jetzt nichts mehr zu spüren. Hans B. wird auf Mitgliederversammlungen ignoriert, seine Entwürfe werden abgelehnt. Plötzlich bekommt er sogar anonyme Drohungen zugeschickt. Hans B. sagt:
„Ich wurde diffamiert, mir wurden Worte wie Judenarsch gesagt, ich wurde bezeichnet mit schlimmen Worten, ich wurde geschnitten und hintenrum wurde äußerst stark antisemitisch gepoltert.“
Soweit so gut; jetzt ist auch ein Artikel auf hagalil zum Thema erschienen (bitte weniger Pop-Ups!!!!) der nochmal in aller Ausführlichkeit ausholt und die Ereignisse zusammenfasst. Die FDP -Reinickendorf reagierte prompt und nahm ihrerseits Stellung dazu und nannte die Vorwürfe „haltlos” und behauptet, die Person habe nur im Sinn gehabt, den Vorstand abzusägen. Nun bin ich aber tatsächlich verwirrt. Die Geschichte ist zu komplex. Wer steckt hinter der Website der „Synagoge Reinickendorf”? und was hat der FDP-Ortsverband tatsächlich beschlossen oder gesagt? Ich werde immer misstrauischer und es macht mich noch misstrauischer, dass ich in allen Zeitungen (online) die sich damit beschäftigen, nahezu die gleiche Geschichte lese. Unerhört ist aber auf alle Fälle, dass türkischstämmige Menschen die Mitgliedschaft in eben jenem Ortsverband verweigert wurde - ganz gleich aus welchem Grund. Der platte Antisemitismus würde das Bild abrunden, aber ich bin noch skeptisch. Vielleicht hat ja der/die eine oder andere Leser/in etwas eindeutigeres gehört...

10 Kommentare:

Anonymous Juebe meint...

Von einer Synagoge Reinickendorf habe ich noch nie etwas gehört. Vielleicht gibt es dort einen Minjan? Wie auch immer ...

Die Person, die im Impressum der Seite auftaucht und diejenige, die Domaininhaber ist, unterscheiden sich voneinander.

Viele Ungereimtheiten. Warten wir mal ab!

3:48 nachm.  
Anonymous Iris meint...

Es wird immer merkwürdiger. Der Text, der bei haGalil erscheint, findet sich in zahlreichen Foren von Berliner Tageszeitungen oder der Parteienlandschaft. "Olaf Bergert", der Verfasser, hat sich immer erst relativ kurz vorher registriert. Wechselweise firmiert er mal als FDP-, mal als Grünen- und mal als SPD-Mitglied.

Nun bringt Teleopolis einen Hinweis, dass "Olaf Bergert" das Pseudonym des Menschen ist, um den es in dem Beitrag geht. Er spiegelt also vor, ein Dritter zu sein und schreibt in eigener Sache.
http://www.heise.de/tp/r4/html/result.xhtml?url=/tp/r4/artikel/22/22763/1.html&words=Bergert

Außerdem hängt er sich an die Geschichte des Dieter T., dessen Laden vor drei Jahren geschlossen ist, an.

Wenn ein jüdisches FDP-Mitglied in Berlin sich von seiner Partei diskriminiert fühlt, warum wendet der sich dann nicht an Andreas Nachama, früherer Gemeindevorsitzender und ziemlich prominent in der Stadt und außerdem auch sehr aktiv in der FDP?

6:41 nachm.  
Blogger Chajm meint...

Also ist an der Sache nichts dran? Oder wird da eine Kampagne inszeniert? Mir ist das völlig unklar. Ist die Person überhaupt Mitglied der jüdischen Gemeinde? Auf der Homepage wird doch behauptet, man arbeite mit der Gemeinde zusammen...

10:45 vorm.  
Anonymous Matronit meint...

Ich habe, nach dem Durchlesen der Website des JZR nicht das Gefühl, daß es dort einen Minjan gibt... Die Art, mit der dort auf Werbefang nach jüdischen Mitgliedern ("jüdisch nach der Hallacha", mit 2 LL, gell!) gegangen wird, kommt mir ziemlich plump vor. Was hat jemand davon, dort Mitglied zu werden? Was sind die Angebote dieses Zentrum - neben dem unangenehmen Fakt, daß man als Neumitglied wahrscheinlich gleich in den Strudel politischer Auseinandersetzung geriete?

10:58 vorm.  
Anonymous Matronit meint...

"Ist die Person überhaupt Mitglied der jüdischen Gemeinde? Auf der Homepage wird doch behauptet, man arbeite mit der Gemeinde zusammen..."

Ich habe das Gefühl, die Gemeinde wird evtl. vereinnahmt. Bloss, weil ein paar Gemeinderabbiner auf der Webseite abgebildet sind, heißt das doch noch nicht, daß eine Zusammenarbeit besteht! Vielleicht von Seiten des JZR, aber von Seiten der Gemeinde?

11:02 vorm.  
Anonymous Iris meint...

Die Texte auf der Seite dieser Synagoge Reinickendorf kommen mir doch überaus bekannt vor. Ich sage jetzt nicht, von wessen Seite sie per Copy-and-Paste "kopiert" worden sind.

Mein Artikel über die Schließung des koscheren Lebensmittelgeschäfts von Dieter T. ist - mit falscher Quellenangabe - und ohne jegliche Absprache mit mir übernommen worden. Ein Public-Relations-Experte dürfte eigentlich wissen, daß das eine Copyright-Verletzung darstellt.

6:46 nachm.  
Blogger Chajm meint...

Die Seite listet übrigens „Salomon Bagels” als koscheres Restaurant...

9:08 vorm.  
Anonymous Matronit meint...

Liebermanns und Barcomi sind auch nicht koscher - allerhöchstens koscher-style.
Ein Wunder, daß nicht auch noch das neue "Kadima" aufgeführt wurde - ein offensichtlich ganz und gar nicht koscher geführtes Lokal.
Das Cafe Taitler hat auch keinen Hechscher. Bei ihm gilt das mündliche Versprechen, daß seine Zutaten koscher sind. Für viele Juden ist das in Ordnung - dennoch ist das eben noch kein Hechscher.
Nur um genau zu sein...

9:33 vorm.  
Anonymous Iris meint...

Das Liebermanns ist meiner Meinung nach noch nicht einmal koscher style.
Ich habe mal eine Einladung für einen Schabbat-Abend dort gehabt, der vom Restaurant veranstaltet wurde. Als Hauptgericht gab es Stubenkücken und als Nachtisch Apfelstrudel mit Vanillesauce. Als ich nachfragte, ob die parve ist, wußte man mit der Frage nichts anzufangen: "Nein, warum - die ist ganz normal".

2:59 nachm.  
Anonymous Matronit meint...

Im HaGalil-Forum steht jener Herr Hagemann nun Rede und Antwort. Mich haben seine Antworten bislang nicht von seiner Integrität überzeugen können.

4:41 nachm.  

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