/* Button ----------------------------------------------- */

Mittwoch, Mai 17, 2006

Rausgemobbt?


Ayaan Hirsi Ali
Originally uploaded by Nic Name.
Ayyan Hirsi Ali verlässt Holland, weil man ihr rechte Politiker vorwerfen, sie hätte sich ihre Staatsbürgerschaft erschlichen. Offenbar wollte sie das sowieso tun, aber wie ZEIT berichtete, springt man nicht besonders zimperlich mit ihr um:
Es ist eine hässliche Posse, die gegenwärtig in den Niederlanden aufgeführt wird, mit einem so unerwarteten wie niederschmetternden Resultat: Ayaan Hirsi Ali, Abgeordnete der rechtsliberalen VVD, Kämpferin gegen die Unterdrückung der Frau in der islamischen Welt und im vergangenen Jahr von Time zu einer der 100 politisch einflussreichsten Personen der Welt gewählt, verlässt Holland. Das meldet an diesem Montag der Onlinedienst der linksliberalen Tageszeitung Volkskrant. Hirsi Ali gibt an diesem Dienstag auch ihr Abgeordnetenmandat zurück und wird künftig am konservativen American Enterprise Institute in Washington arbeiten.

Eigentlich hatte sie erst im kommenden Jahr in die Vereinigten Staaten ziehen wollen. Doch weil sich Nachbarn über Sicherheitsmaßnahmen beschwert hatten, muss Hirsi Ali nach einem Gerichtsurteil ihre Wohnung in Den Haag bis zum 27. August aufgeben. Die Islamkritikerin war eine enge Freundin des im November 2004 von einem islamistischen Fanatiker getöteten Filmemachers Theo van Gogh und stand nach mehreren Morddrohungen unter Polizeischutz.
Hirsli wurde erst kürzlich für ihre Rede vor dem American Jewish Committee gelobt (hier) aber wie das so ist, gelten die guten Leute in ihrem eigenen Land nicht viel. Es ist also kein besonderes Glanzstück der Niederlande, wenn ein solcher Druck aufgebaut wird. Auf Druck des Parlamentes hin soll innerhalb der nächsten sechs Wochen das Ausbürgerungsverfahren von Rita Verdonk noch einmal auf „Ermessensspielraum” hin überdacht werden - ist es nicht seltsam, dass ein Staat missliebige Bürger einfach die Staatsbürgerschaft entzieht?
Die Faz schreibt in dem Artikel Ik ga weg:
Doch noch ist unklar, ob die Frau, die bald wohl wieder Somalierin ist, als nächstes vielleicht den amerikanischen Paß beantragt. In den Vereinigten Staaten fühlt sie sich wohl, und dort hat sie eine neue Arbeitsstelle beim rechten „think tank“ „American Enterprise Institute“, dessen Drähte ins Weiße Haus gut in Schuß sind. Der Wechsel nach Washington war geplant, für das Parlament wollte Ayaan Hirsi Magan 2007 ohnehin nicht wieder kandidieren. Auch daß es jetzt schneller geht, hat nicht allein mit dem bevorstehenden Verlust der Staatsangehörigkeit zu tun. Im April war sie vor Gericht gegen ihre Nachbarn unterlegen, die ihre Sicherheit bedroht sahen, als die gefährdetste Politikerin des Landes bei ihnen einzog. Also hätte eine Zukunft in Holland weitere Umzüge bedeutet.
Dutchblog Israel hat noch einige Karrikaturen niederländischer Zeitungen zusammengetragen, die sich mit der Geschichte beschäftigen.