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Dienstag, Februar 14, 2006

Wenn das stimmt...

was ich heute auf SPIEGEL-Online las, dann "Tal der Wölfe": Türkischer Kinohit schürt Kulturkampf
vergesst mal kurz die Karikaturen-Geschichte, denn dann geht es um den Antisemitismus „um die Ecke”:
In der nächsten Szene wird klar, dass es hier nicht um Aufklärung, sondern um das Schüren von Ressentiments geht: Ein jüdischer Arzt operiert im Stile des Nazi-Arztes Dr. Mengele den geschundenen Körpern die Nieren heraus. Zu sehen sind Transportbehälter mit der Aufschrift: Tel Aviv, Israel, London, Großbritannien. Antisemitische Hetz-Legenden im Breitwandformat. Im Berliner Publikum, das vor allem aus jungen Männern türkischer Herkunft besteht, wird vor allem dann geklatscht, wenn wieder ein Amerikaner dran glauben muss.
Eine neutrale Zusammenfassung auf Kino.de liest sich so:
Im Frühsommer 2003 kommt es im amerikanisch besetzten Nordirak zu einem Zwischenfall unter vermeintlichen Alliierten. Amerikanische Elitetruppen stürmen ein Basislager der türkischen Einsatzkräfte, behandeln die unblutig überwältigten Bundesgenossen wie feindliche Kriegsverbrecher und deportieren alle Gefangenen außer Landes. Mit einigen Vertrauten kehrt der osmanische Geheimagent Polat in den Irak zurück, um die Hintergründe der Angelegenheit zu erforschen.

Eine international durchaus kontrovers diskutierte Aktion im Kurdengebiet des Nordiraks diente als Vorlage für diesen in der Türkei immens erfolgreichen Actionfilm, der die türkische Sicht der Dinge darstellt.
Auf der offiziellen Seite des Films heisst es (wenig wortgewandt):
Da America die einzige Macht der Region sein möchte, gibt es keinen Platz mehr für die Türken oder anderen Alliierten in der Gegend.
Für den ersten Offizier der der Abteilung, Leutnant Süleyman Aslan, ist diese unwürdige Behandlung und die Beleidigung der Ehre der türkischen Armee einfach zu viel.
An platte Gewaltfilme haben sich die meisten Menschen mittlerweile gewöhnt, aber Antisemitismus auf so platte Art in deutschen Kinos? Mag sein, dass der Schreiber des Spiegels durch die aktuelle Diskussion etwas hitzig ist. Sollte er tatsächlich derlei billigen Antisemitusmus darstellen, dann gehört das in der Öffentlichkeit diskutiert!