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Montag, September 13, 2004

Wacht auf, wir sind im Krieg!!!

Cicero - Magazin für politische Kultur - Artikel von Leon de Winter:
Eine hervorragende Analyse eines sich ausweitenden Konfliktes. Leon de Winters Analyse geht über die Selbstbezichtigung des Westens hinaus und erklärt, warum wir Konflikte mit Islamisten nicht durch „Nachgeben" lösen können. Vor allem zeigt de Winter, dass der Hass auf den Westen keine tatsächliche Ursache benötigt, sondern sich damit zufrieden gibt, dass es einen Feind gibt.


Der Islamist hasst uns, weil wir anders sind. Weil wir anders sind, sind wir sein Feind. Weil wir sein Feind sind, will er unseren Untergang. Wir haben keine Wahl: Wenn er uns zu seinem Feind erklärt, müssen wir uns verteidigen

und...

Der Islamist zwingt mich, in seiner Welt als Antagonist aufzutreten und dementsprechend auf sein Handeln zu reagieren. Weil er mich als seinen Feind ansieht, zwingt er mich, ihn als meinen Feind anzusehen und erneut in Begriffen zu denken, die ich, als moderner Europäer, hatte vergessen wollen oder zumindest: nach denen ich nie mehr hatte handeln wollen, und die, wie andere, europäische Führer und Denker, schon jahrzehntelang gesagt hatten, nie wieder Eingang in unser Denken und Handeln finden sollten. Der Begriff „Feind“ hatte in Europa zu Tragödien geführt und Millionen von Menschen zu Opfern gemacht. [...]
Auch im heutigen Irak, wo zum ersten Mal eine freie arabische Presse entstanden ist, sind viele für den Gedanken aufgeschlossen, dass allen Missständen, Problemen und Anschlägen westliche Verschwörungen zugrunde liegen. In der neuen Öffentlichkeit wird darüber begierig berichtet. Diesen Theorien zufolge begehen Amerikaner oder Mossad-Agenten Anschläge, um dann der Al Qaida und damit dem Islam die Schuld in die Schuhe zu schieben. In den Verschwörungstheorien geht es um Hass gegen den Westen und nicht um Logik.
...
Das ist nicht neu. Bernard Lewis, der bedeutendste Arabist des Zwanzigsten Jahrhunderts, schrieb, dass die Atmosphäre in der arabischen Welt in den fünfziger Jahren geprägt gewesen sei vom „Hass auf den Westen und vom Wunsch, ihn zu verjagen und zu demütigen“. Und über die magische Welt der Verschwörungen schrieb er: „In der Dämmerwelt der populären Mythen und Bilder ist der Westen die Quelle allen Übels.“