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Mittwoch, August 23, 2006

Dieses Blog zieht um/ ist umgezogen

Ab sofort geht es in einem „eigenen” Blog weiter - einem den ich nach meinen Wünschen administrieren kann: nachdem Lila auf Wordpress umgestiegen ist und ich mir das ebenfalls überlegt habe, beschloß ich kurzerhand für derartige „Extras” eine spezielle Webadresse (nämlich sprachkasse.de) einzurichten, diese beherbergt von nun an also mein Blog…

Auf Wiedersehen blogspot - Schalom Sprachkasse…

Zur Weiterführung dieses Blogs geht es hier - Bitte bookmarken!!

Übrigens habe ich alle Beiträge und Kommentare mitgenommen!!

Dienstag, August 22, 2006

Keset ha-Sofer online und übersetzt!!

Eine englische Übersetzung von Keset ha-Sofer (die einzige Übersetzung, die mir überhaupt bekannt ist) ist jetzt online verfügbar!!
Dieser Text enthält alle Vorschriften für einen Sofer (wenn Ihr nicht was das bedeutet, Sofer, dann ist auch der Link witzlos). In Deutschland ist das eine sehr sehr seltene Tätigkeit und vielleicht gibt es ja eines Tages auch hier jemanden, der mit diesem Geschäft befasst ist. Hoffentlich. Hier also Keset ha-Sofer

Montag, August 21, 2006

Unverkrampfter Umgang mit der Vergangenheit

Manchmal wäre ein wenig Befangenheit mit Geschichte durchaus angebracht. Die japanische Werbeagenur Dentsu hat für ein asiatisches Restaurant in Jakarta nämlich folgende Werbung veröffentlicht (anklicken um es größer zu sehen):

Plaut Kommentar überarbeitet

Ganz vergessen hier zu erzählen: Der große nicht-orthodoxe Kommentar zur Torah von Gunther Plaut wurde in seiner amerikanischen Originalausgabe grundlegend überarbeitet und verbessert. Der deutsche Kommentar orientiert sich noch an der alten Ausgabe [bei amazon erhältlich]. Die deutsche Ausgabe unterscheidet sich von der (alten) amerikanischen Ausgabe in vielerlei Hinsicht, nun veröffentlichte die URJ-Press eine Revised Edition mit vielen neuen Elementen die ein wenig an den konservativen Chumash Etz Hayim erinnert, der übrigens ein exzellentes Werk ist (1400 Seiten). Das Layout ist nahezu identisch und die Haftarot folgen nun tatsächlich auch den Paraschot (wie im Etz Hayim); denn diese sind nun tatsächlich auseinanderzuhalten. In der deutschen Ausgabe ist das noch immer etwas unübersichtlich. Zur russischen Ausgabe siehe meinen Artikel hier.

Einige „features” sind:
* Now divided by parashiyot
* Aliyot markers included in each parashah
* Haftarah follows each parashah
* Side-by-side English and Hebrew translation
* Gender-sensitive
* Clearer type, vowels, and cantillation marks
Den überarbeiteten hebräischen Text sollte man nicht unterschätzen! Wer dem Baal Korej helfen möchte, muß nicht immer auf eine andere Textausgabe zurückgreifen müssen, weil die Druckqualität des ansonsten liebgewonnenen Kommentars eher unterdurchschnittlich ist. Auch wenn die deutsche Ausgabe des Plaut wegweisend ist (weil es ansonsten ja auch keine moderne deutsche Torahausgabe gibt); sind abschnittsweise hebräische Passagen fast nicht lesbar. Der Text wurde offenbar nur eingescannt und in die Vorlage kopiert. Um einen kleinen Exkurs zu starten: Das ist sicherlich der Unfähigkeit moderner DTP-Programme geschuldet, mit Unicode umzugehen. Weder InDesign, noch FrameMaker sind in der Lage hebräischen Unicode-Text vernünftig anzuzeigen... was sehr ärgerlich ist. Wer Abhilfe weiß, kann sich natürlich gerne melden...

Diese Ausgabe reiht sich dann in die Liste der großen einbändigen Torah-Ausgaben ein. Da wäre der orthodoxe Artscroll-Kommentar: Die Stone Edition mit (natürlich) zahlreichen orthodoxen Anmerkungen und Kommentarauszügen aus bekannten halachischen Werken. Die Stone Edition ist ebenfalls in Paraschot eingeteilt, bring jedoch die dazugehörigen Haftarot in einem gesonderten Teil nach den Paraschot. Interessant sind Skizzen zu einzelnen Textpassagen. Wenn es um das Mischkan geht, dann sind Zeichnungen dazu in den Kommentar eingefügt; oder Kennzeichen koscherer Tiere. Daneben gibt es auch genealogische Tabellen, einen ausführlichen Anhang, in dem alle genannten Weisen und halachischen Werke kurz vorgestellt werden. Der hebräische Text ist von Artscroll natürlich neu gesetzt worden und deshalb ausgezeichnet lesbar. Auch in der kleineren Reiseausgabe. Mehr als die anderen genannten Ausgaben verkauft dieser Chumasch die vorgestellte Sichtweise innerhalb des Kommentars als einzig richtige. Die Quellenangabe hilft jedoch, sich selber mit dem Text auseinanderzusetzen und seine eigene Position zu finden und keine andere einfach zu übernehmen. Offenbar intendiert diese Art des Kommentars aber genau eben das.

Eine genauere Besprechung von EtzChayim aus diesem Blog findet Ihr hier.

Neuer liberaler Rabbiner für München

Die „erste Generation” von Absolventen des Abraham-Geiger-Kollegs macht sich auf den Weg in die Gemeinden. Wie man hört, werden einige Rabbiner in Einheitsgemeinden, andere bleiben selbstverständlich bei den Gemeinden der Union. Die „Welt am Sonntag” berichtet über den neuen Rabbiner für München Tom Kucera: Neuer Rabbi für Münchens liberale Juden
Ich bin jedenfalls sehr gespannt darauf, was diese neue Generation von nicht-importierten Rabbiner auf die Beine stellt. Die Erwartungen sind hoch.

Sonntag, August 20, 2006

Jüdisches Leben in Kraków 1939


Ein sehenswertes Filmdokument aus dem Jahre 1939. Aufgenommen kurz vor der Auslöschung des polnischen Judentums.

Freitag, August 18, 2006

Und was kommt nach der Waffenruhe? fragt sich Natan Sznaider

In der Neuen Zürcher Zeitung fragt sich Natan Sznaider, was nach der Waffenruhe passieren könnte und frühstückt, ganz nebenher, die großen Mißverständnisse und Fehlannahmen um diesen Krieg herum weg:
Jede Seite will etwas - oft sogar dasselbe -, und meist geht es dabei um umstrittenes Territorium. Jede Seite benutzt den Krieg, um ihre Positionen zu stärken, und am Ende einigt man sich. Aus diesem alten europäischen Verständnis des Krieges stammen der Begriff der Verhältnismässigkeit und die Regeln der fairen Kriegsführung, die so wichtig für gültiges Völkerrecht sind. Man geht davon aus, dass beide Seiten vergleichbare Ziele verfolgen, dass sie einander ähnlich sind und dass man daher ein gegenseitiges Versicherungssystem abschliessen kann, dessen Grundlage die Angst vor dem gewaltsamen Tod ist. Aber in diesem Krieg stimmte diese Gleichung nicht mehr, und bevor nun die Weltgemeinschaft Truppen in den Nahen Osten schickt, sollte die gegenwärtige Konfliktstruktur in ihrer Art und Tragweite verstanden werden. Man denke dabei nicht zuletzt an das kürzlich in England aufgedeckte Komplott für koordinierte Terroranschläge auf amerikanische Passagierflugzeuge, das zumindest teilweise als eine Verlängerung des Nahostkonflikts in anderer Form zu verstehen ist.
Bewaffnete Konflikte werden nicht mehr abseits von Fernsehkameras und öffentlichen Debatten geführt. Damit wird ein Krieg schnell einmal zur «humanitären Krise», in der es keine Politik und keine Ursache und Wirkung mehr gibt, sondern nur mehr die Frage der Moral; und solche Kriege sind im Angesicht der Weltöffentlichkeit schwer zu gewinnen. Israel ist in dieser Falle der kosmopolitischen Moral gefangen, die natürlicherweise von ihm als souveränem Staat eingefordert wird - und von Israel mehr noch als von anderen, da viele Europäer in der Illusion leben, dass Israel nur als moralisches Projekt existieren darf, aber nicht als Staat, der seine Existenz militärisch verteidigt. Da es als souveräner Staat seine Armee gegen Terroristen einsetzen muss, wird es automatisch als Aggressor tituliert. Europäische Intellektuelle verlangen von Israel ein höheres Mass an Moralität, weil es in ihr Weltbild passt, dass ehemalige Opfer sich eben so verhalten sollten. Wenn der hilflose Jude auf den kämpfenden Israeli projiziert wird, dann stimmt das Weltbild nicht mehr, welches dann auch noch von manchen israelischen Dichtern und Denkern in Europa verstärkt wird.
...
Dabei ist das Problem schon lange nicht mehr ein territoriales. Und das ist in Europa schwer nachvollziehbar, da territoriale Probleme eben europäische Probleme par excellence waren. Europäer werden bald verstehen müssen, dass es um viel mehr als Territorium geht. Die Bedrohung von Israels Existenz im Nahen Osten ist letztlich Teil eines islamistischen Projektes, das am Ende genau jene tolerante, kosmopolitische Moralität auslöschen will, die jetzt verhindert, dass dieses Projekt effektiv bekämpft werden kann.
Einfach den gesamten Artikel online lesen:
Und was kommt nach der Waffenruhe? (Feuilleton, NZZ Online):

Donnerstag, August 17, 2006

Club Med Gaza


Die Lösung für den libanesisch-israelischen Konflikt?

Mittwoch, August 16, 2006

Ein Waffenstillstand auf Dauer?

Gut für die Soldaten der Tzahal, dass sie endlich nach Hause können und nicht mehr ihr Leben riskieren müssen. Von einem plötzlichen Ausbruch des Friedens kann man wohl kaum sprechen. Die Hisbollah jedenfalls wartet auf den Abzug der Israelis und hat sich schon jetzt auf einen Kopromiss mit der libanesischen Regierung geeinigt: Laut AlHayat handelt es sich bei der derzeit abzeichnenden Kompromissformel zwischen der libanesischen Regierung und der Hisbollah um den Vorschlag, dass die Organisation weiterhin südlich des Litani-Flusses bewaffnet bleibt, die Mitglieder der Organisation jedoch die Waffen verstecken werden. Ohnehin muss man sich fragen, welchen Antrieb zur Entwaffnung ein Staat haben sollte, auf dessen Karte der Staat Israel überhaupt nicht existiert.Soll also die Bundeswehr ein Versteckspiel beaufsichtigen?
Wer von Frieden spricht, sollte sich auch fragen, wo die drei entführten israelischen Soldaten sind, welche durch die Hisbollah entführt worden sind. In den Medien wird das natürlich nicht hinterfragt. Mittlerweile gibt es eine Internetseite für die Entführten www.habanim.com.
Die Fronten sind sowieso klar: Israel gilt nach wie vor als der Aggressor gegen den jede Art von Widerstand gerechtfertigt scheint. Gerade gestern lief im ZDF die Dokumentation „Der Olympia-Mord”, die sehr drastisch zeigte, dass gegen Hass und Antisemitismus Appeasementpolitik nicht besonders weit führt. Hier wurde ein Enspieler gezeigt, in dem einer der überlebenden Entführer sagt, es sei völlig legitim auf israelische Zivilisten zu schießen, denn Israel sei ja schließlich der Feind. Die „Rhetorik” Irans und Syriens ist keine bloße Rhetorik, sondern die Drohungen sind real und das Ziel ist wahrhaftig die Vernichtung Israels:
In seiner Rede in Damaskus hatte Assad zuvor die arabischen Staatschefs dazu aufgefordert, künftig den Widerstand gegen Israel zu unterstützen. Ziel müsse es sein, Israel eines Tages zu „besiegen“. Es sei „eine große Ehre“ für Syrien, der libanesischen Hizbullah-Miliz beizustehen. Von hier faz.net
Irene Dische beschreibt in der aktuellen Ausgabe des Spiegel (online, gegen Geld hier lesbar) über den ganz normalen und üblichen Antisemitismus im Libanon (vor dem Krieg). Ich persönlich habe auch einige wenige Gegenbeispiele kennengelernt, bin aber auch schon auf der Straße angespuckt worden... Dische schreibt übrigens gegen den Kuschel-Kinder-Philosophen Jostein Gaarder an. Der hatte sich nämlich folgendermassen dazu geäussert:
"Wir glauben nicht an die Vorstellung von Gottes auserwähltem Volk. Wir lachen über die Marotten dieses Volkes und weinen über seine Missetaten", heißt es in Gaarders Essay. "Als Gottes auserwähltes Volk aufzutreten, ist nicht nur dumm und arrogant, sondern ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit." Weiter schrieb er, einige israelische Politiker strebten eine "Endlösung des Palästinenserproblems" an. auch auf spiegel-online nachlesbar In der englischen Übersetzung ist der Originalartikel Gaarders hier nachlesbar.
Frieden kann es also schon geben, aber in den Augen der meisten scheint es so zu sein, wie es Assad fordert: „Selbstverständlich schließen wir Israel aus dem Friedensprozess aus, denn Israel ist ein Feind.” Perfekte Voraussetzungen also für den Verhandlungstisch.

Vielleicht ist es eher so, wie bei Shabot 6000:


Dienstag, August 15, 2006

Siddur-Layout

Auf dem Markt gibt es eine große große Anzahl von verschiedenen Siddurim mit Übersetzungen in den verschiedensten Sprachen und Ausführungen. Die dominanteste Kraft sind die ArtScroll-Siddurim, die auch den „neuen” deutschsprachigen Siddur Schma Kolejnu ganz offensichtlich sehr beeinflußt haben. Diese habe ich bisher immer als schön empfunden und ich komme in der Regel gut mit ihnen zurecht. Sie sind die moderne Version derjenigen Siddurim die älteren Datums sind und die ebenfalls in meinem Bücherregal stehen. Schlägt man sie nebeneinander auf, dann sieht man, dass die neuen Siddurim ein leicht überarbeitetes Layout haben welches in groben Zügen aber dem entspricht, was man auch von den alten Siddurim gewohnt ist. Das Druckbild ist etwas klarer und die Texte etwas aufgeräumter. Im Großen und Ganzen hat sich aber auf diesem Gebiet ansonsten nichts getan und vielleicht auch deshalb, weil die Beter es nicht anders gelernt haben: Lange Blocksatz-Textabschnitte, dicht gedrängte Zeichen, nicht extrem Lesefreundlich...Bei der Überarbeitung des EtzAmi-Siddurs fiel mir das extrem auf. Zunächst wurden nur Fehler korrigiert, in einem Text, welcher der Tradition verpflichtet ist, sich aber auch dem modernen liberalen Judentum verpflichtet sieht, folgt die Form nicht dem Inhalt. Nachdem wir direkt das „Gebetbuch für das ganze Jahr” (von Elbogen und Seligmann) aus dem Jahr 1929 verwendeten und feststellten, dass wir noch Gebete brauchten, an die wir uns gewöhnt hatten, setzte ich einen neuen Siddur. Dieser enthielt alle Texte aus dem genannten „Gebetbuch für das ganze Jahr” und die traditionellen Texte, die wir uns bewahren wollten - selbstverständlich mit einer passenden deutschen Übersetzung. Andere deutsch-sprachige liberale Siddurim kamen für uns nicht in Frage - Kunststück, denn es gab nur zwei: Die Übersetzung des großartigen Siddurs der israelischen Reformbewegung, den die Gemeinde Zürich nutzt - zu teuer in der Beschaffung und der Seder ha Teffilot, der die Bedürfnisse der Mitgliedsgemeinden der Union Progressiver Juden entsprechen sollte. Dieser erschien uns jedoch etwas zu sehr gekürzt und zu wenig aschkenasisch zu sein. Er enthält einige sefardische Elemente und eine seltsame Keduschah die aus Elementen der Mussaf-Keduschah und der regulären Schacharit Schabbat Keduschah zusammengesetzt ist. Ein Vorteil daran wäre streckenweise das Layout des hebräischen und des deutschen Textes gewesen. Ein wenig moderner und aufgeräumter. Doch zurück zum EtzAmi Siddur: Ohne es zu bemerken kopierte auch ich damals die traditionellen Siddurim. Hebräischer Blocksatz mit angefügter Übersetzung und einigen Hinweisen (anklicken um das Bild größer zu sehen).
Vielleicht weil auch ich dachte „So sehen Siddurim eben aus” und das obwohl ich den konservativen Sim Shalom bis dahin schon verwendet hatte.
Ausschnitt aus Siddur Sim Shalom
Dieser wartet schon mit einem vernünftig gelayouteteten Text auf, sowohl in der hebräischen Fassung, als auch in der englischen Fassung auf der jeweils gegenüberliegenden Seite. Der Knoten löste sich erst, als ich Siddur Chadesch Yameinu durchblätterte:Hebräischer und englischer Text stehen Seite an Seite und sind gleichberechtigt. Die Übersetzung ist nahezu Versweise erledigt worden: Perfekte Arbeit. Die Überraschung war, Chadesh Yameinu ist ein rekonstruktionistischer Siddur, herausgegeben von der Gemeinde Dorshei Emet in Kanada. Ich selbst habe ihn nur durch/gesehen - wer einen überig hat, kann sich gerne bei mir melden. Also setzte ich mich hin und änderte das Layout auf ähnliche Art und Weise und genau das, möchte ich an dieser Stelle präsentieren (anklicken macht auch hier das Bild größer):
Die Übersetzung stimmt hier nicht unbedingt Zeile für Zeile überein, jedoch wollte ich den Grundgedanken einer klaren Gliederung erhalten und eine leichtere Lesung des hebräischen und deutschen Textes ermöglichen. Vielleicht ist das einer der Schritte in die richtige Richtung um einen wahrhaftig modernen Siddur zu schaffen. Auf Anfrage gibt es später gerne die gesamte pdf-Datei.
Kommentare dazu sind herzlich willkommen uns sehr erwünscht, in jede Richtung.

Montag, August 14, 2006

Nachrichten von 1943 in den heutigen Zeitungen

Drastischer könnte man es nicht überzeichnen; es scheint jedoch sehr viel Wahrheit in dem Artikel auf Thepeoplescube zu stecken:


Jewish Uprising Triggers Humanitarian Crisis16 Germans dead and 85 wounded In Warsaw SlaughterEurope's call for an end to hostilities in the Warsaw Ghetto raises questions over how long Jews can stave off international pressure to end their three-week offensive in Warsaw, which has claimed hundreds of lives and created a refugee crisis. While moderate politicians are urging Jews to exercise "restraint" in their retaliation against the Nazis, most European leaders are denouncing Jewish retaliation as "disproportionate." von hier
Klickt einfach selbst...

Kiel aus der Union ausgetreten

Es gibt Veränderungen die einen nicht überraschen, weil sie den Zustand hergestellt haben, den man eigentlich annahm: Der Austritt der Gemeinde Kiel aus der Union war so eine Veränderung. Mir war völlig klar, dass die Gemeinde keine orthodoxe war bzw. ist und dass man mit der Union zu tun hat. Klar war mir aber nicht, dass diese Gemeinde tatsächlich Mitglied war. Dennoch erreichte mich diese Information aus gut unterrichteten Quellen... Man bleibt also dynamisch, einige Gemeinden treten ein, andere treten aus (siehe hier zum Beispiel Hildesheim, eine Gemeinde die ebenfalls austrat). Das liberale Judentum in Deutschland bleibt in Bewegung und entwickelt sich in viele Richtungen weiter und genau das, wäre eine gute Entwicklung. Keine Monokultur, die ja schädlich wäre. Den Wikipedia-Eintrag zu Monokultur möchte ich hier also wärmestens empfehlen.

Donnerstag, August 10, 2006

13. August in Düsseldorf

Mittwoch, August 09, 2006

Der Brief von Rolf Verleger

Ob wir es schaffen, eine Kultur der lebendigen Diskussion zu erhalten? Jetzt stieg Rolf Verleger aus Schleswig-Holstein mit einem provokanten Brief in eine Diskussion ein:

Sehr verehrte Frau Präsidentin Knobloch, sehr geschätzter Herr Prof. Dr. Korn, sehr geschätzter Herr Dr. Graumann,

Sie haben in den letzten Tagen öffentlich Partei für die militärischen Maßnahmen der israelischen Regierung gegen den Libanon ergriffen. Dazu kann und will ich nicht schweigen. Es ist mir selbstverständlich klar, dass Sie damit die Mehrheitsmeinung der Juden in Deutschland ausdrücken. Jedoch ich hätte mir von Ihnen noch etwas mehr erwartet, denn Sie lieben Israel, Sie sind politisch erfahren, und Sie sind traditionsbewusste Juden.

1) Sie lieben Israel. Wie kann jemand, dem das Schicksal des Landes Israel am Herzen liegt, diese Militäraktion gutheißen? Unsere dortigen Freunde und Verwandte werden in den nächsten Jahren mit mehr statt mit weniger Gefährdung leben müssen. Bei mir betrifft dies unter anderen meine beiden Geschwister, die als Jugendliche aus Deutschland ausgewandert sind, und ihre Kinder und Enkel. Diese Militäraktion macht Israel nicht sicherer, sondern unsicherer. Der Zorn und die Wut und die Gewalt der Nachbarstaaten werden vervielfacht, der Konflikt wird ausgeweitet anstatt eingedämmt.

2) Sie sind politisch erfahren. Daher wissen Sie so gut wie jeder andere, dass der Anlass für den Hisbollah-Terror gegen Israel der ungelöste Palästina-Konflikt ist und dass auch jetzt die Hisbollah die zwei israelischen Soldaten offensichtlich darum entführt hat, damit sie sich als Verteidigerin der von Israel bedrängten Bewohner von Gaza in Szene setzen konnte.

Jeder weiß, dass Syrien und Iran und Russland mit dem Palästinakonflikt ihr trübes Süppchen kochen - selbstverständlich aber auch die USA, die nach dem Irak-Debakel nun die israelische Armee als ihren verlängerten militärischen Arm benutzt.

Jeder weiß daher, dass die Alternative zum Dschungel dieser Interessen - und damit zum Krieg - darin besteht, dass die israelische und die palästinensische Regierung (und dem nachgeordnet auch die libanesische Regierung) miteinander verhandeln und Übereinkünfte treffen. Darauf sollten die Freunde Israels hinwirken anstatt die gewählte palästinensische Regierung zu dämonisieren.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat Erfahrung darin, mit einer Regierung zu verhandeln, die direkte Rechtsnachfolgerin einer Mörderbande ist. Der Erfolg gibt uns darin Recht.

3) Sie sind traditionsbewusste Juden. Daher wissen Sie so gut wie ich, dass es immer einen Konflikt gegeben hat zwischen jüdischer Religion und Nationalismus. Im Altertum war dies der scharfe Konflikt zwischen unseren Propheten und den Königen von Juda und Israel, und mit dem Aufkommen des Zionismus war es die Auseinandersetzung zwischen Zionisten und Aguda - eine Auseinandersetzung, in der beide Seiten gute Argumente hatten.

Heutzutage haben leider viele Juden diesen Maßstab verloren und denken, man sei ein um so besserer Jude, je entschiedener man für Israels Gewaltpolitik eintritt. Aber ein solches »Judentum« - ist das noch das gleiche Judentum, dessen Wesen unser einflussreichster Lehrer Hillel so definierte: »Was Dir verhasst ist, tu Deinem Nächsten nicht an?« Ist das noch das gleiche Judentum, als dessen wichtigstes Gebot unser Rabbi Akiba benannte: »Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst?«

Das glaubt mir doch heutzutage keiner mehr, dass dies das »eigentliche« Judentum ist, in einer Zeit, in der der jüdische Staat andere Menschen diskriminiert, in Kollektivverantwortung bestraft, gezielte Tötungen ohne Gerichtsverfahren praktiziert, für jeden getöteten Landsmann zehn Libanesen umbringen lässt und ganze Stadtviertel in Schutt und Asche legt. Ich kann doch wohl vom Zentralrat der Juden in Deutschland erwarten, dass dies wenigstens als Problem gesehen wird.

Selbstverständlich weiß ich, dass ich hier gegen jahrzehntelang fest gefügte Meinungen argumentiere. Aber ich bin nicht der erste, ich werde nicht der letzte sein, und zusammen mit besonnenen Menschen in Israel und außerhalb Israels können wir die Dinge zum Guten wenden. Die israelische Regierung braucht unsere Solidarität. Im Moment ist sie auf einem falschen Weg, daher braucht sie von solidarischen Freunden jetzt nicht mehr Waffen oder mehr Geld oder mehr public relations, sondern mehr Kritik.

Mit freundlichen und besorgten Grüßen

R. Verleger

Dienstag, August 08, 2006

Empör Dich mal...

Die Menschen brauchen keinen Grund sich über Israel aufzuregen, nur einen Anlass. Nun nutzen immer mehr selbstberufene Hüter der Menschlichkeit und Moral ihre publizistischen Mittel um mal richtig vom Leder ziehen zu können. So auch ein Mitarbeiter des Portals MVRegio. Der Mitarbeiter des Portals hat einen offenen Brief an den Zentralrat der Juden in Deutschland geschrieben. Da dürfen auch mal unwahre Fakten genannt werden:
Zu Recht machen die Juden den Deutschen zum Vorwurf,während des Nazi-Regimes aus Feigheit weggeschaut zu habn.Jetzt verlangen Sie jedoch von uns erneut, wegzuschauen.Dazu sind wir aber nicht bereit.Israel führt einen Angriffskrieg gegen die libanesische Bevölkerung und entschudigt das damit, die Hisbollah würde sich unter der Zivilbevölkerung verstecken. Das Völkerrecht verbietet solche Angriffe und verurteilt sie als Kriegsverbrechen.Auch die Zerstörung der gesammten Infrastrucktur gehört zu diesen völkerrechtswidrigen Vorgängen. Der Abschuss der Hisbollah-Raketen ist keine Entschuldigung dafür. Die Raketen sind das einzige Abwehrmittel der Hisbollah, die zudem noch weitgehend ungezielt abgeschossen werden.Man kann das nicht vergleichen den Israel wird von denn USA ausestatet mit Streubomben,weißem Phosphor(geächtet) und mit allen anderen Millitärischen mitteln die Israel auch anwendet. siehe hier
Interessant ist, dass die Hisbollah hier schon fast als legitime Widerstandsgruppe des Libanon auftaucht. Der Abschuss von, mittlerweile, tausenden Raketen wird hier als Entschuldigung bezeichnet - auch sehr aufschlussreich. Übrigens: Wenn ich hier Fehler mache, dann ist das zu entschuldigen, denn das Blog ist keine redaktionell betreute Website, sondern wird nur durch mich betreut, aber wenn jemand dem Link folgt, dann zähle er doch bitte mal die Rechtschreibfehler von Andreas Röttger, dem Journalisten, der den Text verbrochen hat. Es sollte zum Beispiel heißen: „... denn Israel hat...” und nicht „... den Israel hat...” und dann: „Ich frage mich Allerdings...” Was denn? Und wer sich so für die Sache der Palästinenser einsetzt, sollte nicht Palistina schreiben. Oder hier ein Schmankerl: „wie einst Jizhak Rabin der auf einem guten Weg wahr denn Frieden im nahen Osten”. „Infrastrucktur” schreibt man so bestimmt nicht.
Oder hier:
Den(n) [es heisst DENN] mit einem Präsidenten der den Krieg will und nicht bereit ist Verhandlungen zu führen und der auser Gewalt keine andere Sprache kennt mit dem werden wir uns als deutsche nicht mehr solidarisieren denn wer so viel Leid über die ZiviIbevölkerung bringt wie Israel der hat den Anspruch verloren ein friedliches Land zu sein
Die Syntax (wenn man überhaupt noch davon sprechen kann) lässt Rückschlüsse auf einen Autoren zu, der noch einige Zeit bis zur Pubertät hat . Ich bin übrigens auch Deutscher und nehme mich von der Kollektivierung Herrn Röttgers aus. Ich solidarisiere mich durchaus mit Israel.